HeaderHerne
StartseiteÜberSpieleStadien
LandkartenTrophäenVerweiseImpressum

< 830            SPIEL 831            832 >

  FC VICTORIA 1
   
  CF UNGHENI 2
Halbzeitstand 0:1
 
Sa., 01.06.2019 - 18:30 Uhr
Tore:
  0:1 Ciopa (ET., 63.)
   
   
   
   
   
   
   
Joma Arena, Chisinau
100 Zuschauer
Divizia A (MD II)
9. Spieltag 18/19
 
Ticket: kostenlos ohne Ticket
Verpflegung: 0,15 Euro - Eis
 
 
 
 
 
 

In den Samstag ging es relativ schlecht gelaunt. Da mich eine Mücke erfolgreich um meinen Schlaf brachte, rappelte ich mich recht spät zum Sightseeing auf. Das war auch nicht weiter tragisch, da ich am Freitag sowieso das meiste Sehenswerte abhaken konnte. Somit blieb nur noch die Gegend um den Bahnhof übrig. Nachdem ich diese abgeklappert hatte, genehmigte ich mir ein einheimisches Bierchen am improvisierten Strand im Stadtpark. Man probiert es hier schon, an einigen Stellen für neuen Glanz zu sorgen, vergisst jedoch zeitgleich Bestehendes zu pflegen. Nach dem Aufenthalt in der moldawischen Mittagssonne holte ich im Hotel etwas Schlaf nach und machte mich anschließend auf den Weg gen Norden. Hier lag in sechs Kilometern Entfernung mein heutiges Ziel, die Joma Arena. Mal wieder nahm ich diesen doch recht stattlichen Weg zu Fuß in Angriff und passierte zuerst das Regierungsviertel, ehe ich mir bei einem Italiener mit einer Pizza und einem Kaltgetränk stärkte. Das kleine Stadion am Park „La Izvor“ beheimatet mit Dacia Buiucani und FC Victoria zwei Zweitligisten. Es ist Teil einer recht großen Sportanlage, die abermals im Schatten einiger imposanter Wohnblöcke errichtet wurde.

Nachdem ich das Eingangstor kostenfrei passierte, war es an der Zeit für den ersten Eindruck. Die Sportstätte ist recht eng und ziemlich abgewetzt, was mir sofort gefiel. Fast das gesamte Feld ist mit einem Fangnetz umspannt, sodass sich der Eindruck einer Käfig-Atmosphäre nicht vermeiden lässt. Mich überzeugte jedoch vor allem die dreistufige Tribüne, deren blaue und gelbe Sitze ihre beste Zeit auch schon hinter sich hatten. Zudem fehlte das bei Google Maps noch zu sehende Dach komplett. Somit saßen wir im direkten Schein der lauen Abendsonne und warteten auf die anstehende Zweitligapartie zwischen Victoria und Ungheni. Während in unserem Rücken eine Gruppe Straßenhunde auf einem scheinbar verlassenen Grundstück umherstreunte, wurde in der Anfangsphase der Partie ein anderer tierischer Besucher zum heimlichen Star. Ein kleiner hellblauer Wellensittich sagte auf der Tribüne „Hallo“ und wurde zu unserer Verwunderung nach einigen Minuten von einem Mädchen gefangen, das den Vogel später in einem Karton aus dem benachbarten Imbiss abtransportierte. Glücklicherweise brauchte man heute eigentlich keine Ablenkung vom Spiel.

Die vornehmlich jungen Kicker auf dem Kunstrasen überraschten uns mit einem schnellen und ausgeglichenen Spiel auf technisch annehmbarem Niveau. Unserer Meinung nach entpuppte sich die Zweitligapartie schon früh zum besten Spiel unserer kurzen Tour. Mir gefiel dann auch die Art und Weise, wie nach 36 Minuten das 0:1 fiel. Der Victoria-Verteidiger konnte einen zurückgespielten Pass nicht sauber verarbeiten und wurde aggressiv von Bucataru angegangen, der zuerst den Ball eroberte und anschließend den Torwart zum Führungstreffer umkurvte. In der Halbzeitpause ließ uns das Preisniveau vor Ort abermals etwas fassungslos zurück. So kostete mein nicht sonderlich ausgefallenes, aber doch recht leckeres Eis schlappe 15 Cent. Das war schon ein Erlebnis nach dem acht Euro-Eis wenige Tage zuvor in St. Petersburg. Eiskalt (Überleitung!) versenkte Ungheni einen Foulelfmeter nach 66 Minuten zum 2:0. Zuvor hatte der Keeper der Hausherren den Gästestürmer eindeutig und recht überflüssig zu Fall gebracht. Victoria schaffte zwar wenig später den Anschluss (70.), ließ in der Schlussviertelstunde jedoch einiges liegen. So blieb es für uns beim dritten Auswärtssieg im dritten Spiel. Der Rückweg in die Stadt wurde mit etwas Abenteuerlust, aber schlussendlich doch recht souverän per Bus begangen. Am folgenden Morgen ging es zurück nach Deutschland.

Fotos Sightseeing