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logo_bxb   BOR. DORTMUND 2
   
logo_schalke   FC SCHALKE 04 4
Halbzeitstand 1:2
 
Sa., 27.04.2019 - 15:30 Uhr
Tore:
1:0 Götze (14.)  
  1:1 Caligiuri (18.)
  1:2 Sane (28.)
  1:3 Caligiuri (62.)
2:3 Witsel (84.)  
  2:4 Embolo (86.)
   
   
Signal-Iduna-Park, Dortmund
80.196 Zuschauer
1. Bundesliga (DE I)
31. Spieltag 18/19
 
 
Ticket: 25 Euro - Vorverkauf - Stehplatz Gästeblock
 
 
 
 
 
 

Mit ein paar Tagen Abstand probiere ich möglichst ruhig über das vergangene Derby zu schreiben. Ein Derby, das Schalkes katastrophale Saison retten oder zumindest deren Grausamkeit etwas lindern sollte. Ein Derby, das letztlich alles bot was man von einem Spiel dieser größer erwartet. Und schlussendlich ein Derby, das die Guten für sich entschieden. Vor dem Spiel der Spiele hätte ich jedoch keinen Pfifferling auf den S04 gesetzt. Ich rechnete, wie so viele andere Knappen, mit einer bitteren Niederlage. Ich verschwendete keinen ernsthaften Gedanken an die Option, im Zeckentempel etwas zu holen und damit dem Meisterschaftskandidaten aus der verbotenen Stadt mal so richtig kräftig in die Suppe zu spucken. Stattdessen stieg ich recht gleichgültig und verbittert zu Andre ins Auto. Noch mochte Andres Zuversicht nicht auf mich abfärben. Das änderte sich dann im Block, wo der Abscheu auf die Stadt und deren AG den Frust übers eigene Team übertünchte. Der Pöbelmodus inklusive absoluter Leidenschaft war aktiviert. Während sich Nobby Dickel und ein paar Zehntausend weitere desillusionierte Gestalten zum Dortmunder Statement-Song „You’ll never walk alone“ warmträllerten erstrahlte der Gästeblock in blauem Rauch.

Nachdem der Rauch verzogen war, begann das Spiel für Königsblau alles andere als gut. Mario Götze eröffnete die viel beachtete und live im Free TV übertragene Partie per Kopf (sic!) mit dem 1:0-Führungstreffer für die schwach-gelbe Brut (14.). Eigentlich war die Messe für Schalke 2018/19 zu diesem Zeitpunkt gelesen. Einen Rückstand aufholen? Niemals! Glücklicherweise holte uns Dortmunds verkapptes Volleyball-Nachwuchstalent Weigl wenige Augenblicke später per Handspiel im Strafraum und anschließendem Videobeweis (Abschaffen!) zurück ins Spiel. Cali versenkte den Elfmeter und legte zehn Minuten später einen Eckball für Sane auf, der per Kopf die Schalker Führung besiegelte. Spätestens jetzt war im Gästeblock die Hölle los. Hier wusste keiner mehr wo er wem in den Armen liegt. Ein Jubel wie man ihn nur sehr selten erlebt. Auf der anderen Seite guckten die Biene Majas doof aus der Wäsche. Nach all dem Spott für uns und einer überheblichen Aufwärm-Session der Spieler vor der Partie lag der Favorit trotz 80 Prozent Ballbesitz hinten. Der S04 rettete das 2:1 in die Pause und läutete das große Zittern für Hälfte zwei ein.

Wie schon bei einigen Derbys zuvor verhinderte die knappe Führung und die dadurch angespannte Stimmungslage eine völlige Eskalation. Stattdessen supportete man solide weiter und freute sich über den schweigsamen Zahnpasta-Park. Dieser Samstag war jedoch so perfekt, dass man nicht nur über Tore jubeln durfte. Nein, Marco Reus, seines Zeichens nicht heller als die Nacht, säbelte den bärenstarken Serdar leicht geistesgestört vor dem Sechzehner um und sah die rote Karte. Als wäre das nicht genug, versenkte Cali den fälligen Freistoß mustergültig (62.). Auch wenn Andre und ich durch den Fahneneinsatz nur noch den Ball im Eck zappeln sahen, fiel der Jubel abermals mehr als euphorisch aus. Nachdem sich auch Dortmunds Wolf mit einem noch rüderen Foul an Serdar verabschiedete, sollte der Drops eigentlich gelutscht sein. Elf gegen neun. Stattdessen ließ man den BVB noch mal kommen und fing sich durch Witsel den Anschlusstreffer. Da es aber lief wie lange nicht mehr, stellte Embolo im Gegenzug mit einem schönen Schuss ins lange Eck den alten Vorsprung wieder her. Was war hier los? Mir schmerzte vom Jubel der komplette Körper. Ich war ein Wrack. Ein glückliches Wrack. DERBYSIEGER!